Bis ins 18. Jahrhundert bezeichnet der französische Begriff souvenir“ mentale Akte der Erinnerung an Abwesendes.
An der Schwelle zum 19. Jahrhundert verschiebt sich die Wortbedeutung zu einem denken an“, einem zum Andenken geschenkten Gegenstand.
Die deutschen Begriffe Andenken“ und Souvenir“ bezeichnen fortan zweierlei: einerseits ein intimes Andenken mit persönlicher Handschrift, andererseits das käuflich zu erwerbende, touristische Souvenir.
Als Fragmente einer Erinnerung besitzen Andenken und Souvenir die Fähigkeit, die in ihnen enthaltene Geschichte überraschend wiederzubeleben.
Kann diese Geschichte bereits durch das denken-an das Andenken wachgeküsst werden ohne dass jenes materiell greifbar ist?
Brauchen Souvenirs eine persönliche Geschichte oder kann auch ein unbedachtes Objekt ein Andenken sein?